Kinderwunschpfad

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Aufgeben ist (k)eine Option

Aufgeben oder weiterkämpfen? Diese Frage darfst Du Dir stellen, wenn Dein Kinderwunsch Dein Leben dirigiert

Ich stecke mein ganzes Herzblut in meinen Kinder wunschpfad. Im Herbst 2022 passierte etwas Bedenkliches. Ich spürte, dass ich keine Freude mehr an meiner Arbeit habe und wusste, dass ich etwas ändern muss. Erstmal eine Pause einlegen, etwas Abstand gewinnen.

Das ist auch extrem wichtig, wenn der Kinderwunsch immer mehr Dein Leben bestimmt. Wie es mir damals damit ergangen ist, was ich daraus gelernt habe und wie Du es besser machen kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

Aufgeben oder weitermachen?

Nach über vier Jahren arbeite ich nun wieder angestellt in Teilzeit. Ist diese Veränderung ein Aufgeben und damit ein Scheitern? Nein. Vielleicht siehst Du das anders. Auf meinem eigenen Kinderwunsch-Weg hätte ich es definitiv anders beurteilt. Aufgeben und meinen Kinderwusnch loslassen wäre das ultimative Scheitern für mich gewesen.

Lange gab es die Option, dass mein Kinderwunsch-Weg ein Ende haben könnte ohne dass ich mein Ziel erreicht haben könnte, für mich nicht. Dieser Weg konnte nur ein Ende haben. Mein Baby in meinen Armen. Alles andere hatte ich ausgeblendet.

  • Der Körper braucht eine Pause? Quatsch, ich vertrage die Hormone gut.
  • Die Ehe leidet? Unsinn, wir packen das.
  • Schau‘ was Dich im Beruf glücklich macht. Will ich nicht, ich will ein Kind.

Alles das und noch einiges mehr habe ich einfach nicht gesehen, weil ich Scheuklappen auf hatte. Ich hatte keinen Blick mehr für das, was mir Freude bereitet hat. Es gab nur dieses eine Ziel und alles andere habe ich nicht wahrgenommen.

Wenn der Kinderwunsch das Leben dirigiert, brauchst Du Abstand, um wieder klar zu sehen

Nach drei IVF-Zyklen, einer Fehlgeburt und einem erfolglosen Kryo-Transfer war ich psychisch komplett am Ende. Das war mir nur leider nicht bewusst oder besser: ich konnte das nicht zugeben. Weder vor mir selbst und schon gar nicht vor anderen Menschen.

Mein Mann und ich entschieden uns zu diesem Zeitpunkt spontan für einen Urlaub in meiner zweiten Herzensheimat Südtirol. Auf dem Weg dorthin, informierte mich meine Nachbarin über den Start eines neuen Yoga-Kurses. Noch aus dem Auto heraus habe ich mich angemeldet.

Das war die beste Entscheidung, die ich auf meinem Kinderwunsch-Weg je getroffen habe. Es war der Anfang vom wichtigsten Streckenabschnitt – dem Loslassen meines Kinderwunsches. Damals wusste ich das nicht und alles lief völlig unbewusst und unreflektiert ab. Ich war weiterhin passiv und habe mich treiben lassen. Mein Kinderwunsch hat viele Jahre mein Leben dirigiert. Im Rückblick habe ich verstanden, dass es besser ist, bewusst und aktiv die eigenen Entscheidungen zu treffen.

Meine aktuelle Situation ist ganz ähnlich.

  • Ich will unbedingt mit meinem Kinderwunschpfad Frauen wie Dich unterstützen
  • Ich will unbedingt das Thema „Umgang mit dem Kinderwunsch“ noch viel mehr in die Mitte unserer Gesellschaft holen
  • Ich will unbedingt, das die Ärzte schon zu Beginn die mentale und psychische Belastung zur Sprache bringen

Kennst Du dieses „Ich will unbedingt“ auch? Wenn man unbedingt etwas will, dann hat man ganz automatisch irgendwann die Scheuklappen auf. Es entsteht so viel Druck, dass es irgendwann einfach keinen Spaß mehr macht. Die vielen Möglichkeiten und Abzweigungen am Wegesrand siehst Du einfach nicht mehr.

Im Unterschied zu meinem (Nicht-) Handeln damals habe ich im Herbst ganz bewusst eine Pause eingelegt und mich sortiert. Fragen wie:

  • Was will ich?
  • Was brauche ich?
  • Wie und wo bekomme ich das?

haben mir geholfen wieder klar zu sehen. Ich habe wieder Entscheidungskompetenz zurück bekommen und meinen weiteren Weg selbst gewählt.

„Ich geh‘ nicht zurück, ich nehm‘ nur Anlauf“

Diese Zeile aus dem Song „Hoch“ von Tim Bendzo hat mich bereits berührt, als ich sie das allererste Mal gehört habe. Ich bin nicht gescheitert, auch wenn ich meine Ziele mit dem Kinderwunschpfad noch lange nicht erreicht habe. 

„Ich geh‘ nicht zurück, ich nehm‘ nur Anlauf“. Genau das ist es, wenn du einfach mal die Pause-Taste drückst. Wenn Du Abstand gewinnst und so den gesamten Weg mit allen Abzweigungen und Möglichkeiten siehst.

Wie Du das hinbekommst?

Plane bewusst eine Pause ein. Bist Du gerade mitten in einem Behandlungszyklus, dann bringe ihn ganz in Ruhe zu Ende. Freue Dich auf einen Zyklus ohne Termin, Spritzen und Arzttermine. Fühlt sich der Gedanke gerade richtig mies an? Hast Du vielleicht Angst wertvolle Zeit zu vergeuden? Bist Du schon gefangen in der Spirale aus Hoffnung, Behandlung und Enttäuschung? Dann spüre jetzt unbedingt in Dich hinein, erlaube Dir jeden Gedanken und jedes Gefühl dazu und spreche mit einer Person Deines Vertauens darüber. Das kann Dein Partner sein, Deine beste Freundin oder ein Profi auf diesem Gebiet.

Nun schreibe mal auf, was Du bisher auf Deinem Kinderwunsch-Weg erlebt hast.

  • Welche Untersuchungen und Behandlungen habt Ihr gemacht?
  • Wie lange hibbelst Du schon jeden Monat?
  • Wie oft hast Du mit Deinem Partner in den letzten 12 Monaten Intimität genießen können?
  • In welchen Bereichen Deines Lebens wurdest Du mit Deinem bisher unerfüllten Kinderwunsch konfrontiert?
  • Wie bist Du damit umgegangen?

Schreibe alles auf, was Dir in den Sinn kommt ohne es zu bewerten. Dafür hast Du später noch Gelegenheit. Nachdem Du Dir Deine Erlebnisse und Erfahrungen bewusst vor Augen geführt hast, ist es Zeit folgende Fragen zu beantworten:

  • Was habe ich gut gemeistert?
  • Was möchte ich verändern?
  • Was darf so bleiben?

Hierbei gibt es kein Richtig oder Falsch. Es gibt ausschließlich Deine Antworten. Sei also offen und ehrlich zu Dir selbst.

Hätte ich mir diese Fagene damals bewusst gestellt, wäre mir das Loslassen meines Kinderwunsches sicher leichter gefallen. Das kann ich so behaupten, wei ich mir genau diese Fragen im Herbst gestellt und beantwortet habe. Du darfst mir glauben, dass mir die Fokussierung auf die Dinge, die ich gut gemacht habe echt schwer gefallen ist. Ich kann mich halt viel leichter selbst fertig machen als mich loben. 😉 Doch genau darauf kommt es an. Die eigene Leistung anzuerkennen.

Mein Ergebnis oder was Du in 2023 erwarten kannst

Mein neuer „Brotjob“, wie ich ihn liebevoll nenne, bringt wieder mehr Sicherheit in mein Leben und damit auch Leichtigkeit und Freude für meinen Kinderwunschpfad.

Seit etwas über einem Jahr darf ich die allgemeinen Herausforderungen, die eine Patchwork-Familie mit sich bring, kennenlernen. Meine Erfahrungen als ungewollt kinderlose Fau in einer Patchwork-Familie teile ich in einem Interview mit Marita Strubelt von „Patchwork auf Augenhöhe“ mit Dir. Das Interview wird voraussichtlich Mitte Februar erscheinen. Das möchtest Du auf keinen Fall verpassen? Dann trage Dich einfach hier ein und ich informiere Dich, sobald das Interview online ist.

Zusätzlich hat mir meine kleine Auszeit ein grosses Projekt für 2023 beschert. Ich habe mich entschieden, ein Buch zu schreiben. Mir ist klar, dass es schon ein paar Bücher zum Thema „Unerfüllter Kinderwunsch“ gibt, aber halt noch keins von mir. Ich habe bereits ein klares Konzept vor Augen und kann Dir an dieser schon soviel verraten, dass mein Buch sich wesentlich unterscheiden wird.

Ich lade Dich ❤-lich ein, mich auf meiner Buchreise zu begleiten und wenn Du magst, kannst Du sogar mitwirken. In meinem Newsletter halte ich Dich regelmäßig auf dem Laufenden.

Nun wünsche ich Dir von Herzen, dass Du Anlauf nehmen und Dein Leben wieder ganz in die eigenen Hände nehmen kannst. Lass Dich nicht von Deinem Kinderwunsch dirigieren.

Herzlichst,

Deine Bianca vom

Kinderwunschpfad

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